Das Lyrikertreffen Münster gehört seit 1979 zu den herausragenden internationalen Kulturereignissen in Münster.
Das Kulturamt der Stadt Münster richtet das Literatur-Ereignis im Biennale–Rhythmus aus. In Lesungen, Vorträgen
und Gesprächen werden Begegnungen zwischen Publikum, Lyrikerinnen und Lyrikern, zwischen Literaturwissenschaft
und Literaturvermittlung ermöglicht.
Im Rahmen des Festivals wird seit 1993 der "Preis der Stadt Münster für europäische Poesie" verliehen.
Ausgezeichnet werden damit ein international rezipierter Lyrikband und dessen eigenständige Übersetzung.
Anlässlich seiner zehnten Verleihung 2011 wurde der „Einzugsbereich“ des Preises über die Grenzen Europas
hinaus erweitert. Unter dem neuen Titel „Preis der Stadt Münster für Internationale Poesie“ kann er auf die
politische Globalisierung eine weltliterarische Antwort geben.
Der Lyriker und Dramatiker Derek Walcott erhält den Preis für Internationale Poesie der Stadt Münster.
Geehrt werden der Nobelpreisträger, 1930 auf der Karibikinsel Saint Lucia geboren, und sein deutscher Übersetzer
Werner von Koppenfels für den Gedichtband "Weiße Reiher".
In 54 Gedichten, die zum Teil aus mehrstrophigen Zyklen bestehen, erkundet Walcott in bewegenden elegischen Versen
seine Lebensspuren zwischen der Karibik, Europa und Amerika. Autor und Übersetzer teilen sich die Preissumme von
15.500 Euro.
Die Preisverleihung findet am Schlusstag des 18. Internationalen Lyrikertreffens in Münster am 26. Mai statt.
Leider hat Derek Walcott aus gesundheitlichen Gründen seine Europareise und damit seine Reise zur Preisverleihung nach Münster absagen müssen. Trotzdem wird er auf dem Lyrikertreffen präsent sein: Der großartige Übersetzer Werner von Koppenfels wird am Samstagnachmittag mit dem Münsteraner Anglisten Professor Mark Stein über seine Übersetzungen und das lyrische Werk Walcotts sprechen; auf dem Podium sitzt auch Hans-Jürgen Balmes, der sich als Lektor mit Walcotts Versepos „Omeros“ beschäftigt hat. In der Abendlesung am Samstag wird Werner von Koppenfels Gedichte aus dem Band „Weiße Reiher“ lesen, und am Sonntag wird er im Erbdrostenhof nicht nur seinen eigenen Preis in Empfang nehmen, sondern stellvertretend auch den für Derek Walcott.